Prüfungen: Im Jahr 2022 wurde die bisherige Rekordzahl von 3.977 Prüflingen (Vorjahr 3.975) geprüft. Zum Vergleich vor 10 Jahren in 2012 waren es noch 1.544 Prüflinge. Damit prüft Baden-Württemberg nach Niedersachsen bundesweit die meisten Prüflinge.Die Gesamt-Durchfallquote von 38,4 % ist allerdings die höchste seit Beginn der Jägerprüfung. Möglicherweise lassen sich hier Rückschlüsse auf die Ausbildung unter Corona-Bedingungen und das veränderte Teilnehmerfeld schließen. Seitens der Prüfenden mehren sich die Hinweise, dass immer mehr Kandidaten mit fehlender Prüfungsreife zur Prüfung antreten, was sich möglicherweise in den Ergebnissen niederschlägt. Es waren 11 Widersprüche und 1 Klage zu bearbeiten. In 2 Fällen musste die Zulassung wegen unzureichender Ausbildungsnachweise widerrufen werden.Trotz der stark angestiegenen Prüflingszahlen konnten die Jägerprüfungen auch in 2022 ordnungsgemäß durchgeführt werden, dank engagierter Prüfungsvorsitzenden und Prüfenden an 150 Prüfungstagen und eines einsatzfreudigen und schlagkräftigen Teams der Prüfungsstelle. Viele jagdliche Ausbildungsstätten haben ebenso konstruktiv und mit viel Einsatz dazu beigetragen.
Fortbildungen für die Prüfungsausschüsse
Im Herbst 2021 ist ein umfangreiches Fortbildungsangebot für die Prüfungsvorsitzenden und Schriftführer gestartet (4 Termine mit 77 Personen) Neben den Formalitäten der Jägerprüfungsordnung und zugehöriger Verwaltungsvorschrift, wurden vor allem die Organisation der Prüfungen im Vorfeld und im Nachgang sowie konkrete Prüfungsabläufe der verschiedenen Prüfungsabschnitte besprochen. Dieses Angebot wurde in für die Fachprüfer 2022 fortgesetzt. Hier haben 340 Personen an 16 Terminen teilgenommen. Der Dank gilt neben den Mitarbeitenden der Prüfungsstelle für die Organisation v.a. dem Fortbildungsteam mit Martin Balz, Kathrin Falkenberg, Rainer Krebs und Frank Schautz für die Durchführung der Fortbildungen.
Neubestellung der Prüfenden
Nach Ablauf des Berufungszeitraums war die Neuberufung für den Zeitraum 2023-2026 erforderlich. Nach maßgeblicher Vorarbeit durch das zuständige Präsidiumsmitglied BJM Peter Lutz hat das Präsidium am 15.9.2022 durch Beschluss der Kriterien für die Neuberufung und des Neuzuschnittes der Prüfungskommissionen den Weg für die Umsetzung der Neubestellung freigemacht. Ziel waren größere und leistungsfähigere Prüfungskommissionen, die personell breiter aufgestellt sind und die Organisation der Prüfung erleichtern sollen. Die Ausschreibung erfolgte in der JAGD in BW 10/2022. Vorschläge für die personelle Neubesetzungen konnten die Kreisjägermeister, aber auch Dritte unterbreiten. Künftig gibt es nur noch 17 Prüfungskommissionen (bisher 25), deren Bezeichnung sich jetzt an die der Regionen anlehnt. Ausgeschieden sind wegen der Altersgrenze oder aus sonstigen Gründen ca. 100 Personen. In der JAGD in BW 10/2022 wurde die Neubesetzung ausgeschrieben. Von insgesamt 175 Bewerbungen, konnten 110 Personen bestellt werden. Wiederberufen wurden 360 Personen. Damit sind künftig 470 Personen in 17 Kommissionen tätig. Für die 110 neu berufenen Prüfer wurden Anfang 2023 sieben Schulungsveranstaltungen angeboten.
Neu-Zertifizierung von jagdlichen Ausbildungsstätten
Zur Anerkennung als jagdliche Ausbildungsstätte durch die untere Jagdbehörde ist deren Zertifizierung notwendig. Für die rechtskonforme Erstellung der neuen Inhalte für die Zertifizierung der derzeit 83 jagdlichen Ausbildungsstätten in Baden-Württemberg liegt die Zuständigkeit beim Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (Oberste Jagdbehörde). Die Umsetzung verläuft schleppend, so dass die bestehenden Zertifizierungen nochmals bis zum 31.03.2024 verlängert wurden.